Bildung ist der Schlüssel dazu, dass wir unser Potenzial optimal entfalten und einbringen können. Gut gebildete Menschen begünstigen die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung der Schweiz. Eine hohe Bildungsqualität ist zudem ein massgebender Standortvorteil. Entsprechend messen wir der Bildungspolitik eine zentrale strategische Bedeutung bei und vertreten in Basel folgende Grundsatzpositionen:

Vielseitig gebildete Bürgerinnen und Bürger: Unser Bildungssystem hat – insbesondere in der Volksschule – dafür Sorge zu tragen, dass sich die jungen Menschen zu mündigen, aufgeklärten, vielseitig gebildeten und aktiven Erwachsenen entwickeln können, die ihr Handeln reflektieren und dafür Verantwortung übernehmen. Hierzu soll insbesondere durch eine Stärkung der politischen Bildung das Verständnis für politische Zusammenhänge und Prozesse bei Schülerinnen und Schüler besser gefördert werden. Aus liberaler Sicht ist dies essenziell, sowohl für die langfristige Erhaltung unserer direkten Demokratie, für Frieden und Zusammenhalt als auch für privates Glück.

Qualitativ hochwertige Ausbildungen: Der heutige globalisierte Arbeitsmarkt erfordert, dass unsere Ausbildungen im weltweiten Vergleich zu den besten zählen und international eine gegenseitige Anerkennung erfolgt. Das schafft zum einen die Grundlage dafür, dass möglichst alle unsere Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt bestehen können. Zum anderen können wir so auch genügend adäquate Fachkräfte hervorbringen und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Basel sichern. Unser duales Bildungssystem bietet hierfür die besten Voraussetzungen und muss entsprechend gefördert und gepflegt werden.

Vielfalt und Wahlfreiheit im Bildungssystem: Wir sind der Überzeugung, dass Wahlfreiheit und der daraus resultierende Wettbewerb die Entfaltungsmöglichkeiten und die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger erhöhen. Das gilt auch für den Bildungsbereich. Es braucht dazu geeignete Rahmenbedingungen, die zum Beispiel die Wahl von Schulen und Universitäten unabhängig vom elterlichen Einkommen ermöglichen, mit neuen Modellen wie Bildungsgutscheinen auch Privatschulen berücksichtigen und die Durchlässigkeit über alle Stufen gewährleisten.

Was die FDP erreichen will

  • Chancengleichheit und Integration durch Bildung: Jedes Kind soll in unserem Bildungssystem die gleichen Chancen haben. Entscheidend dabei ist es, dass Schwächen möglichst früh ausgeglichen werden. Denn hier werden die wichtigsten Weichen für eine gelingende Integration gestellt. Von staatlicher Seite sollen hierzu in erster Linie Anreize geschaffen und nur im Zweifelsfall – im Sinne der Wahrung der persönlichen Rechte der Kinder – auch Massnahmen angeordnet werden.
  • Mehr als nur Wissen vermitteln: Bei der Ausbildung gilt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Grundkompetenzen zu vermitteln. Es ist klar und verbindlich zu definieren, was ein Volksschulabgänger können soll. Dabei geht es aber nicht nur um Wissensinhalte, sondern die Menschen sollen auch Eigenverantwortung wahrnehmen und vernetzt denken können.
  • Individuelle Betreuung und Kleinklassen: Um die optimale Förderung der Schülerinnen und Schüler und einen möglichst störungsfreien Unterricht gewährleisten zu können, sind Formate für die individuelle Betreuung notwendig. Insbesondere ist die Aufhebung des Kleinklassen-Verbotes zu prüfen, das nur in Basel besteht. Zugleich müssen auch starke Schüler ausreichend gefördert werden.
  • Flexible Entwicklung des Bildungssystems: Das Bildungssystem darf nicht überfordert werden. Reformen müssen Zeit haben um zu wirken. Sie sollen aber konsequent kritisch auf die Erfüllung der gesetzten Ziele hin evaluiert werden. Verbesserungen im Kleinen müssen stets möglich bleiben.
  • Bürokratischen Aufwand minimieren: Der bürokratische Aufwand für die Lehrpersonen sowie im gesamten Schulbereich muss reduziert werden, damit mehr Zeit für das Wesentliche – die Arbeit mit den Kindern – bleibt. Die vorhandene Infrastruktur soll besser und flexibler genutzt werden. Die Notwendigkeit von Formularen ist zu überprüfen und das Gespräch mit den Eltern wieder in den Vordergrund zu stellen. Der Wiedereinstieg von Lehrkräften sowie der Quereinstieg von ausgebildeten Berufsleuten soll vereinfacht werden.
  • Eltern erziehen, Lehrpersonen lehren: Der Fokus der Schulen soll auf der Bildung liegen. Ihr Einfluss in Erziehungsfragen muss in einer vernünftigen Balance stehen zur Freiheit und Eigenverantwortung der Eltern, ihre Kinder so zu erziehen, wie sie es für richtig halten. Gleichzeitig sind jedoch Autorität und Entscheidungskompetenz der Lehrpersonen zu schützen. Ihnen muss bei schwierigen Entscheiden der Rücken gestärkt werden.
  • Gemeinsame Hochschul-Trägerschaften: Gerade in unserer kleinräumigen Region sind kantonsübergreifende Trägerschaften auch im Bildungssystem wichtig. Wir befürworten daher die regional gemeinsamen Trägerschaften von Universität und Fachhochschule und setzen uns ebenso für eine transparente und faire Finanzierung ein.
  • Stetige Weiterbildung ermöglichen: In der heutigen Zeit ist lebenslanges Lernen unabdingbar. Hierfür stehen primär Wirtschaft und Individuen in der Verantwortung, die vielfältigen privaten Weiterbildungsangebote wahrzunehmen. Wir begrüssen aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten an staatlichen Bildungseinrichtungen, insbesondere wenn diese in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft angeboten werden.