Lohnabzugsverfahren: Mehr Nachteile als Nutzen

Automatischer Steuerabzug direkt vom Lohn? Was harmlos klingt, trifft Menschen mit knappen Budgets besonders hart, schafft neue Bürokratie und löst kein echtes Problem. Das heutige System funktioniert – der Lohnabzug ist unfair und überflüssig. Darum: Nein zum Lohnabzugsverfahren.

Das Lohnabzugsverfahren bedeutet, dass Steuern künftig automatisch direkt vom Lohn abgezogen werden. Was auf den ersten Blick einfach klingt, bringt in der Praxis mehr Nachteile als Nutzen.

Alle werden auch weiterhin eine Steuererklärung ausfüllen müssen. Zudem greift der automatische Abzug direkt ins monatliche Einkommen ein. Der Lohn wird auch bei den rund 30% der Steuerpflichtigen abgezogen, die gar keine Steuern bezahlen müssen. Gerade für Menschen mit knappen Budgets kann das problematisch sein, weil weniger Geld für Miete, Krankenkasse oder laufende Kosten zur Verfügung steht. Das verursacht grosse soziale Probleme.

Ob mit dem Lohnabzug Steuerschulden reduziert werden können, ist zudem höchst fraglich. Denn der Lohnabzug ist freiwillig und es werden sich genau diejenigen gegen den Lohnabzug entschieden, denen er helfen würde. Das bestätigt auch ein verhaltensökonomisches Gutachten der Befürworter.

Das Verfahren schafft zusätzliche Bürokratie für Arbeitgeber, die neu Steuereintreiber für den Kanton sein müssten. Dieser Mehraufwand trifft alle Betriebe, obwohl nur ein sehr kleiner Teil der Steuerpflichtigen überhaupt Probleme mit ausstehenden Steuern hat.

Das heutige Steuersystem funktioniert: Wer Unterstützung braucht, erhält sie bereits. Ein genereller Lohnabzug ist deshalb unnötig, unverhältnismässig und unfair.

Darum: NEIN zum Lohnabzugsverfahren.